Erstellt von Juliane Wiktorin

#favouritemodel No. 4 - Helikopter Perspektive

Sinnbildlich handelt es sich dabei um einen Perspektivenwechsel, um aus der Höhe und mit dem gewonnenen Abstand auf das eigene Verhalten zu blicken und dieses zu reflektieren.

Das Modell veranschaulicht auf einfache Weise die Kompetenz von Führungskräften als auch ganzer Teams, aktiv und bewusst aus dem momentanen Geschehen herauszutreten und Prozesse, Muster und Probleme von einer höheren Ebene aus zu betrachten. Diese positive Haltung zur Metareflexion deckt hilfreiche und hindernde Interaktionsmuster auf. Und die kennen wir alle:

In einem Meeting mit vielen Teilnehmern verliert sich die Gruppe wiederholt im Detail, Teilnehmer langweilen sich, sind genervt, andere agieren engagiert. Das Gespräch verselbständigt sich: Kommentare aus dem Off, die Botschaften werden unübersichtlich, jeder reagiert auf das vorhergesagte, dabei gerät das Ziel aus dem Blick.

Oder: In der Projektarbeit entstehen wiederholt Informationslücken. Es wird über Hol- und Bringschuld diskutiert? In der Retrospektive weiß niemand zu sagen, wann der Faden verloren ging.

Nutzt du in solchen Situationen als Führungskraft den Helikopter zur Selbstreflexion, steht dein momentanes Führungsverhalten im Fokus deiner eigenen Betrachtung. Im Falle einer gemeinsamen Reflexion als Team nehmt ihr euch bewusst Zeit eure Beobachtungen zu teilen und euch gezielt zu fragen „Wie erleben wir unsere Kommunikation im Moment?“, „Was genau ist hilfreich an unserer Kommunikation, was behindert sie?“ „Was läuft gerade gut?“, „Was läuft nicht so gut?“, „Was muss ich, müssen wir ändern, damit es mehr dem Gewünschten entspricht?“.

Das Wesentliche dieses Models ist, dass der Flug mit dem Helikopter als eine Routine systematisch in die eigene tägliche Arbeit integriert wird und du dir als Führungskraft oder ihr euch als Team regelmäßig einen Blick von oben auf euer Tun, eure Kommunikation und eure Zusammenarbeit gönnt.

Die größte Herausforderung im Einsatz der Helikopter Perspektive ist dabei nicht der Flug an sich, sondern das Erkennen des Moments, wann es hilfreich ist diese Art des „achtsamen Time outs“ einzulegen. Oft sind wir so eingenommen von dem was gerade passiert, dass es uns schwer fällt aus dem Geschehen herauszutreten, weil es uns gar nicht in den Sinn kommt.

Es braucht Übung die Helikopter Perspektive regelmäßig in den Alltag als Führungskraft und Team zu integrieren. Auch ist ein bisschen Mut gefragt, sich und andere in einem momentanen Lauf zu unterbrechen und darauf aufmerksam zu machen, dass es sinnvoll ist sich Hier und Jetzt etwas Zeit zu nehmen, um einen Blick von oben auf die Dinge zu werfen.

Wie hilft mein #favouritemodel dir?

Wenn du in einem Gespräch, Meeting oder längeren Verlauf eines Projektes merkst, dass etwas nicht rund läuft, du dich selbst oder ihr euch im Kreis dreht, immer wieder dieselben Themen und Probleme auftauchen, lohnt es sich die aktuellen Themen für einen Moment bei Seite zu legen. Fragt euch:  Wie stellt sich die momentane Situation für euch dar? Was läuft gut? Was schlecht?

Um es euch zu erleichtern an die Helikopter Perspektive zu denken und diese aktiv zu nutzen, können euch vor allem am Anfang folgende Dinge helfen:

  • Überlegt euch ein Symbol -  Das kann ein Gegenstand oder ein anderes Hilfsmittel sein, dass euch an die Helikopter Perspektive erinnern soll.
  • Macht das Symbol sichtbar - Stellt dieses dann als „Erinnerungsstütze“ gut sichtbar z.B. in die Mitte oder klebt es euch in Online-Meetings gut sichtbar an die Wand oder den Rand des Bildschirms.
  • Benennt eine Person, die während des Verlaufs die Rolle der Helikopter Perspektive einnimmt. Zu festgelegten Zeitpunkten oder in bestimmten Situationen teilt sie ihre Beobachtungen zum Prozess. Gemeinsam entscheidet ihr, wie es weiter gehen soll.

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