Erstellt von Flora Luginsland

#favouritemodel No. 5 - Design Thinking nutzt iteratives, schnelles Feedback, um menschenzentrierte Lösungen zu entwickeln

Design Thinking gilt als eine agile Methodik, mit der kreative Prozesse zur Lösungsfindung unterstützt werden. Sie lässt sich gleichzeitig auch als Geisteshaltung beschreiben, die einer menschenzentrierten Denkschule folgt.

Menschenzentrierte Innovation beginnt mit dem Verständnis für die unerfüllten oder unartikulierten Wünsche von Kunden oder Nutzern. Customer Intimacy – also die tiefe Kenntnis der Kunden und ihrer Probleme - hilft dabei, solche Bedürfnisse aufzudecken. Design Thinking folgt einem systematischen Schritt-für-Schritt-Prozess, aus dem anspruchsvolle IT-Anwendungen, aber auch pragmatische Lösungen für die Zusammenarbeit hervorgehen können. Der Prozess besteht aus kognitiven und kreativen Aktivitäten wie Problemfindung, Entscheidungsfindung, Skizzieren, Prototyping und Evaluieren. In iterativen Schleifen lässt der Designer seine Aufmerksamkeit abwechselnd dem Problem-Kontext und daraus abgeleiteten Lösungsideen zukommen:Neue Lösungen führen dabei zu tieferem Verständnis des Kontexts, was wiederum andere Lösungsoptionen auslöst.

Fünf Prinzipien sind für das Design Thinking wesentlich:

Fokus auf den Menschen: Empathie für die Person oder Personen, für die eine Lösung entwickelt wird, ist grundlegend für erfolgreiches Lösungsdesign. Das schließt vor allem auch das frühzeitige Feedback der Nutzer ein.

Experimentieren und Prototyping: Prototyping ist nicht nur ein Weg, um Ideen zu validieren; es ist ein integraler Bestandteil des Innovationsprozesses. Wir experimentieren, bauen Prototypen, um zu denken, möglicherweise zu scheitern und daraus zu lernen.

Handeln vor Denken: Der Name "Design Thinking" ist irreführend; es geht mehr um das Tun als um das Denken. Design Thinking zieht das Tun und Machen eindeutig dem Denken und Besprechen vor.

Zeigen, nicht erzählen: Das Schaffen von Erlebnissen, die Verwendung von anschaulichem Bildmaterial und das Erzählen guter Geschichten sind der Kern des Design-Thinking-Prozesses. Die sinnliche Wahrnehmung transportiert Ideen und Visionen wirkungsvoller und aussagekräftiger als jeder Text es könnte.

Macht der Iteration: Nur durch Iteration können wir lernen und unser Lösungsdesign weiter verfeinern. Das ist der Grund, warum der Prozess so viele Zyklen wie möglich fordert - d.h. zweimal interviewen, zweimal skizzieren und zweimal mit dem Partner testen. Iteration ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor für nützliche und nutzerorientierte Ergebnisse.

Der Design Thinking-Prozess kann in einer Vielzahl von Zusammenhängen und Anwendungsfällen angewendet werden. Sei es, der Entwurf neuer Produkte und Dienstleitungen, die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle, die Definition neuer Wege der Zusammenarbeit oder die Ausarbeitung notwendiger Fähigkeiten eines leistungsstarken Teams. Der grundlegende Ausgangspunkt für einen erfolgreichen Designprozess ist die Problemstellung, die prägnant zusammenfasst, welche Herausforderung der Designprozess angehen will.

Wie kann mein #favoritemodel dir helfen?

Wenn du gerade an einem Problem arbeitest, das du scheinbar nicht lösen kannst, frage dich:

  • Was genau ist meine Problemstellung? Ist sie als Problem und als Satz formuliert? Oder ist es eher eine Frage? Beschreibt sie genau die Herausforderung, um die es geht? Wenn nicht, nimm dir etwas Zeit, um sie zu präzisieren. Je genauer diese Aussage ist, desto einfacher werden die nächsten Schritte sein.
  • Wer könnte mir helfen, die Aussage zu schärfen? Wessen Sichtweise ist für die Definition der Problemaussage ausschlaggebend? Das Einbeziehen anderer erweitert in der Regel den Blickwinkel und hilft die Aussage zuzuspitzen.
  • Wer wird von der Lösung des Problems profitieren? Wer ist dein Kunde oder die Zielgruppe, für die du eine Lösung entwirfst? Wenn du eine klare Sicht auf deinen Kunden hast und dich auf ihn konzentrierst, erhöht sich die Erfolgsquote deines Lösungsdesigns.

Wenn du gerade an einer Lösung für ein bestimmtes Problem arbeitest, frage dich:

  • Beziehe ich genügend unterschiedliche Perspektiven ein? Sammel ich genug Feedback? Traue ich mich, 50-80%ige Lösungen anzubieten, um frühzeitig Feedback zu sammeln? Lasse ich genug Iterationen zu, um die Lösung zu formen? Warum nicht? Was hält mich zurück? Frühzeitiges Einholen von Feedback ist beängstigend, da man sich dem Urteil anderer ausliefert. Langfristig zahlt es sich aus, da sie deine Lösung iterativ bereichern.

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