Erstellt von Marc Chmielewski

#favouritemodel No.1 - „Führung heißt, einen Rahmen zu gestalten, in dem andere Leistung bringen können“.

Dieses grundlegende Verständnis von Führung verdeutlicht nicht nur meine systemische Perspektive bei der Arbeit mit Führungskräften, sondern erweist sich auch auf mehreren Ebenen als sehr wirksames Führungsmodell.

Der Mehrwert liegt eindeutig darin, die eigene Perspektive zu erweitern und somit nicht zwingend nur auf einzelne Mitarbeiter und ihre Performance zu schauen, sondern quasi herauszuzoomen und auch Rahmenbedingungen und Wechselwirkungen zwischen den Beteiligten und den jeweiligen Umwelten in den Blick zu nehmen. Hier ergeben sich ganz neue Handlungsmöglichkeiten für Führung.

Anstatt individualpsychologisch zu versuchen, Menschen zu verändern (was in der Regel nach Abschluss der Pubertät ein sehr schwieriges Unterfangen und erst recht nicht die Aufgabe von Führung ist), können wir auf Spielregeln im Team, günstige oder ungünstige Muster und andere Routinen schauen und deren Effekte auf das Verhalten der Einzelnen erkennen.

Schließlich sorgen Veränderungen auf diesen Ebenen nicht nur für nachhaltigere Verhaltensänderungen bei einzelnen Teammitgliedern, sondern meistens gleich beim gesamten Team. Damit erweist sich der Blick auf die bewusste Gestaltung, Erhaltung und Veränderungen von Rahmenbedingungen als sehr wirksame Führungsintervention.

Der zweite entscheidende Aspekt dieses Models ist, die Unterscheidung zwischen Mitarbeiterperformance und Führungshandeln, die hier eingeführt wird.

Führung bedeutet eben nicht, dasselbe zu tun, was die Mitarbeitenden tun, sondern dafür zu sorgen, dass das eigene Team seine Leistung bringen kann.

Entsprechend ist der Fokus im Führungshandeln darauf zu richten, wie eine günstige Dynamik im Team geschaffen und erhalten wird, wie eine Atmosphäre von Offenheit und Vertrauen gestaltet wird, um sich gegenseitig auch das notwendige Feedback zu geben, welche Orientierung erarbeitet werden muss, um dem Team eine gemeinsame Richtung zu ermöglichen, und wie Rollen und Verantwortlichkeiten geklärt werden, um Effizienz in der Teamarbeit zu erhalten.

Wie hilft mein #favouritemodel dir?

  • Wenn du gerade eine vermeintlich schwierige Person in deinem Umfeld denkst, dann versuche doch einmal herauszuzoomen. Welche Rahmenbedingungen lassen sich verändern, um günstigeres Verhalten zu bewirken? In welchen Rahmenbedingungen zeigt diese Person eigentlich anderes Verhalten, dass du als nicht so problematisch erlebst und wie lassen sich diese Bedingungen verstetigen?
  • Frage dein Team und diskutiert: Was genau braucht ihr, um erfolgreich arbeiten zu können?

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