Erstellt von Juliane Wiktorin

#favouritemodel No.17 - Das Haus der Veränderung - Zufriedenheit

Das „Haus der Veränderung“ ist eines unserer #favouritemodel, dass wir in der Begleitung von Veränderungsprozessen einsetzen und Führungskräfte darin unterstützen, einen Handlungsrahmen zu schaffen, der es ihren Mitarbeitenden – und sich selbst - ermöglicht, die Veränderung konstruktiv zu bearbeiten und umzusetzen.

Das Modell wurde von dem schwedischen Psychologen Claes F. Janssen und seinem Team entwickelt. Es basiert auf Erkenntnissen, die bereits 1969 von Elisabeth Kübler Ross beschrieben wurden und überträgt sie auf die emotionalen und mentalen Phasen, die Menschen – und Organisationen - in Veränderungsprozessen durchlaufen.

Stetige Veränderung und Transformation gehören in der heutigen Zeit zur Realität eines jeden Unternehmens und seiner Mitarbeiter. Da ist es gut, dass wir Menschen grundsätzlich Abwechslung lieben und diese zu unterschiedlichen Zeitpunkten in unserem Leben sogar bewusst suchen und Veränderungen aktiv anstreben.

Andererseits werden Veränderungen für uns oftmals dann zu einer Herausforderung, wenn wir sie nicht selbst initiiert haben und sie uns zu einem Zeitpunkt treffen, an dem wir mit unserer Situation in hohem Maße zufrieden sind. Nichts läge uns in dem Moment ferner, als etwas an dem aktuellen Zustand zu ändern, geschweige denn etwas abzuschaffen, das uns wichtig ist oder sich bisher als Routine, Gewohnheit, Prozess bewährt hat. Wer uns in solchen Situationen mit Veränderungen konfrontiert, trifft uns exakt im ersten Raum des Modells von C.F. Janssen: dem „Raum der Zufriedenheit“.

Menschen, die sich hier aufhalten sind unbeschwert, fast schon selbstgefällig, fühlen sich rundum zufrieden. Der Fokus ihrer Aufmerksamkeit liegt mehr auf dem „Innen“ als dem „Außen“. Zum Beispiel werden Informationen über Mitbewerber ignoriert, bürokratische Verhaltensweisen sind zu beobachten und es wird keine Dringlichkeit empfunden etwaige Änderungen in den Blick zu nehmen. Typischerweise lassen sich Aussagen vernehmen, wie: „Wir sind Marktführer“, „Wir kennen unsere Kunden, besser als sie sich selbst“, „Wir sind die Besten“, „Never change a running system”.

Wird dann ein Veränderungs- oder Transformationsprozess angestoßen, beginnt unsere emotionale Reise durch das „Haus der Veränderung“: Mit dem Moment der Ankündigung bewegen wir uns gegen den Uhrzeigersinn durch die vier Räume. Beginnend mit dem Raum der Zufriedenheit steht dabei jeder weitere Raum ebenfalls für einen emotionalen Zustand.

Wichtig: Ob selbst initiiert oder fremdbestimmt, jeder von uns durchläuft die vier Räume des „Haus der Veränderung“ in der gleichen Reihenfolge. Individuell unterschiedlich ist dabei jedoch die Geschwindigkeit mit der wir die einzelnen Phasen durchleben.

Wie hilft dieses #favouritemodel dir?

Menschen durch Veränderungen zu führen, bedeutet zunächst einmal, eine Vorstellung von den inneren Prozessen zu haben, die Menschen bei einer Veränderung durchlaufen, insbesondere wenn sie diese Veränderung nicht selbst initiiert haben und die Veränderung bedeutet, dass sie sich von etwas verabschieden müssen, das ihnen bisher wichtig war. Veränderung bedeutet dabei nicht immer gleich eine große Transformation. Die Integration eines neuen Teammitgliedes oder die Einführung eines neuen Businessprozesses sind Veränderungen, die ebenso deiner Aufmerksamkeit bedürfen. Das „Haus der Veränderung“ kann dich dabei als Reflexions- aber auch Gesprächsgrundlage unterstützen. Es hilft dir einzuschätzen, wo sich die Mitglieder deines Teams emotional und mental gerade in dem Veränderungsprozess befinden und welche Unterstützung sie brauchen. Ebenso kannst du dich selbst verorten, denn auch du bewegst dich natürlich durch die vier Räume.

Ein realistisches Ziel, um deine Mitarbeiter speziell im Raum der Zufriedenheit auf zukünftige Veränderungsprozesse vorzubereiten ist, ein Umfeld zu schaffen, in dem Überlegungen zu Veränderungsmöglichkeiten im Allgemeinen erlaubt sind und Raum finden.

Nutzt Raum der Zufriedenheit zum Beispiel, um:

  • bewusst die Außenwelt zu beobachten indem ihr andere Unternehmen besucht und deren Best Practices mit euren vergleicht.
  • regelmäßig die Kundenzufriedenheit zu untersuchen.
  • Routinen von Zeit zu Zeit in Frage zu stellen und besonders den „abweichenden“ Denkern die Möglichkeit gebt ihre Meinung und Ideen zu teilen.

Die Konsequenzen von „Nichts tun“ sollten im Raum der Zufriedenheit jedem in deinen Teams bewusst sein.

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